NRW Bildungsprojekte auf Erfolgskurs

Ministeriumsvertretung würdigt innovative KI-Integration im Euregionalen Zentrum für digitale Bildung in Aachen (Januar 2026)

  • Innovative Technologien des Landes NRW werden sinnvoll mit KI-Anwendungen verknüpft.
  • Dr. Tanja Reinlein, Abteilungsleiterin im Schulministerium, besichtigt den Erlebnisraum #placetobe(e) in Aachen.
  • Das Euregionale Zentrum für digitale Bildung und das Lehrerbildungszentrum der RWTH Aachen konzipieren KI-gestützte Unterrichtsideen.

Im letzten Jahr hat das Land NRW aus Mitteln des DigitalPakts auch das Euregionale Zentrum für digitale Bildung mit Technologien für eine moderne Bildungsarbeit ausgestattet. Dazu gehören 60 VR-Brillen, Drohnen, Robotik, assistive Technologien und ein 3-D-Drucker für die Region Aachen. Seitdem hat sich viel getan. Die medienpädagogischen Referent*innen des Zentrums haben die digitalen Werkzeuge in einen Erlebnisraum eingebunden, der in Anlehnung an den ersten Verleihfilm der Einrichtung liebevoll „placetobe(e)” getauft wurde. Eine Hommage an den Naturkundefilm „Biene Maja” aus den 1920er Jahren. Der Erlebnisraum bietet Lehr- und Fachkräften aus dem Einzugsgebiet einen spannenden Einstieg in digitale und virtuelle Bildungswelten. Dabei werden Technik und Natur pädagogisch sinnvoll miteinander verknüpft und weiterführende Lehr- und Lernmaterialien zur Verfügung gestellt.

„Bei unserem landesweiten Projekt ‚Digital Making Place‘ wollen wir die Strukturen vor Ort nutzen, damit Lehrkräfte die Technik für einen zeitgemäßen innovativen Unterricht erproben können. Wie das mit viel Kreativität und Fachwissen gelingen kann, zeigt das Euregionale Zentrum sehr eindrucksvoll“, lobt Dr. Tanja Reinlein, Leiterin der Abteilung 3, „Berufliche Bildung, Lehren und Lernen in der Digitalen Welt, Prävention und Integration, Internationales“ des Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen, die praktische Umsetzung in Aachen. An den verschiedenen Stationen des Erlebnisraums wird auf spannende Weise vermittelt, wie sensible Prozesse in Flora und Fauna mithilfe innovativer Technologien erlebbar gemacht werden können. Dabei wird an drei Stationen die Technik sinnvoll um KI-Anwendungen ergänzt. „KI hat längst Einzug in unsere Schulen gehalten“, berichtet Heinrich Brötz, Beigeordneter für Bildung, Jugend und Kultur der Stadt Aachen. Für ihn ist es selbstverständlich, dass die zentrale Medienstelle Bildungsszenarien in diesem Bereich entwickelt, denn: „Kinder und Jugendliche sollten die Funktionsweise sowie die Potenziale und Risiken künstlicher Intelligenz kennen“.

Kooperation mit der RWTH Aachen stärkt die regionalen Bildungsangebote

Das MediaLab der RWTH Aachen und das Euregionale Zentrum für digitale Bildung haben sich zu einer starken Kooperation zusammengeschlossen, um moderne Unterrichtskonzepte zu entwickeln und gemeinsame Qualifizierungen anzubieten. „Mit unserem MediaLab möchten wir nicht nur angehende Lehrkräfte medienkompetent machen, sondern alle drei Phasen der Lehrkräfteaus und -weiterbildung in den Blick nehmen“, erklärt Prof. Dr. Sven Kommer. Er ist Universitätsprofessor im Lehr- und Forschungsgebiet „Didaktik und Digitale Bildung“ an der RWTH Aachen und Leiter des Lehrerbildungszentrums. Seine wissenschaftlichen Mitarbeitenden haben eine 360-Grad-Anwendung entwickelt, mit deren Hilfe sich Rundgänge für VR-Brillen erstellen lassen.

Dr. Tanja Reinlein (Ministerium für Schule und Bildung NRW) besucht den immersiven Erlebnisraum in Aachen (© Antonia Knop, Stadt Aachen)

Mit Tieren die Welt der künstlichen Intelligenz erobern

Mithilfe dieser Anwendung und der VR-Brillen des Landes kann der Erlebnisraum „Hohes Venn” erkundet werden, ohne vor Ort zu sein. Um den Rundgang für Schüler*innen weiterführender Schulen zu einem erlebnis- und lehrreichen Naturausflug zu machen, wurden mittels einer bildgenerierenden KI Tiere täuschend echt in die Moorlandschaft gesetzt. Welche davon tatsächlich in diesen Naturraum gehören und welche nicht, müssen die Kinder und Jugendlichen jedoch kritisch prüfen. Das Schöne daran: Sowohl die Brillen als auch die 360-Grad-Software lassen sich schnell und unkompliziert in den Klassenraum bringen. Damit können Lehrende und Lernende selbst aktiv werden und eigene Inhalte gestalten.

Der Erlebnisraum bietet auch für die Grundschule zahlreiche kreative Lernmöglichkeiten. Eine Bodenmatte mit KI-Fabelwesen dient beispielsweise als Grundlage für Programmierübungen mit Roboterbienen. Darüber hinaus ermöglicht ein textgenerierender Chatbot die Interaktion mit einem virtuellen Vogelküken. Dieser Chatbot wurde zunächst mithilfe spezifischer Eingabeaufforderungen, sogenannten Prompts, konfiguriert und anschließend trainiert. „Klare und kontextreiche Prompts sind entscheidend, um ein qualitativ hochwertiges Ergebnis bei generativen KI-Modellen zu erzielen. Genau wie alle anderen digitalen Kompetenzen lässt sich auch diese Fähigkeit erlernen. Deswegen bieten wir regelmäßig Qualifizierungen zum Prompten für Lehr- und Fachkräfte an“, sagt Lara Langfort-Riepe, Leiterin des Euregionalen Zentrums für digitale Bildung. Dabei geht Experimentieren oft vor Studieren. Der erste Schritt ist, sich zunächst einmal an die neuen Technologien heranzutrauen, wozu der #placetobe(e) einlädt.

Chatten mit dem Küken – Lena Sonntag (Euregionales Zentrum für digitale Bildung) zeigt, wie das geht (© Antonia Knop, Stadt Aachen)

Derzeit erhalten alle Schulen in NRW eine kostenlose KI-Anwendung für den Unterricht. Das Euregionale Zentrum für digitale Bildung unterstützt die Einführung mit zahlreichen Veranstaltungen für Lehr- und Fachkräfte zum Thema Künstliche Intelligenz.

Weitere Informationen und die Kontaktmöglichkeiten des Euregionalen Zentrum für digitale Bildung unter: www.medienzentrum-aachen.de   

Lara Langfort-Riepe

Über die Autorin: In der Abizeitung stand bei Berufswunsch: Irgendwas mit Medien für Kinder! Denn schon während ihrer Schulzeit berichtete Lara als rasende Reporterin für junge Menschen. Nach einem wissenschaftlichen Magisterstudium in Greifswald und Münster mit den Schwerpunkten Kindermedien, Medienbildung und Recht sowie einem Fernseh-Volontariat in Köln waren die Kindernachrichtensendung logo! genau wie der Kinderkanal KIKA und die Film- und Fernsehschule in Hamm wichtige Stationen in ihrem beruflichen Leben. So ist es kaum verwunderlich, dass Lara ein großes Faible für die Filmbildung hat. Seit dem Jahr 2016 leitet sie das Euregionale Zentrum für digitale Bildung.

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